Die Alterspyramide kehrt sich um, wir werden immer älter und immer mehr alte Menschen leben allein. Bisher existiert jedoch nur der Notruf per Knopfdruck am Handgelenk.
Doch was tun, wenn gar nicht mehr die Möglichkeit besteht, einen Knopf selbstständig zu drücken? Wenn der Hilfsbedürftige etwa einen plötzlichen Ohnmachtsanfall erleidet? Wissenschaftler des Frauenhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern haben aus diesem Hintergrund heraus eine sensorenbasierte Notfallerkennung entwickelt.
Mit Bewegungssensoren in Küche, Bad, Wohnzimmer und Schlafbereich wird für die automatische Notfallerkennung das tägliche Normalverhalten aufgezeichnet. Die Multisensoren an der Zimmerdecke registrieren jede Bewegung in allen Räumen und senden ständig Funksignale. Sie erkennen etwa, wie lange eine Person im Bett liegt oder wie lange sie sich im Bad aufhält. Die Signale werden hierfür an einen Computer im Wohnzimmer gesendet – wegen des Datenschutztes verlässt keine Information den Wohnbereich. Der Computer erstellt über die aufgenommenen Aktivitäten des täglichen Lebens ein personalisiertes Profil vom Verhalten des Bewohners.
Hat das Programm ein Alltagsverhalten aufgezeichnet, kann es dies permanent mit den aktuellen Aktivitäten vergleichen und erkennt Abweichungen, die auf eine mögliche Hilflosigkeit hinweisen. Braucht der Bewohner etwa viel länger als wie gewöhnlich im Bett, erkennt der Computer dies und nimmt Kontakt mit der Person via SMS oder Touch-Bildschirm mit Lautsprechern auf. Geht der Bewohner daraufhin ans Telefon oder berührt den Bildschirm, weiß das Programm, dass alles in Ordnung ist. Reagiert er jedoch nicht, alarmiert es automatisch einen Hilfsdienst.
Die bereits zum Patent angemeldete Notfallerkennung soll allerdings nicht das klassische Notfallsystem ersetzen, vielmehr sehen es die Wissenschaftler als Erweiterung der häuslichen Sicherheit.
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