Erfindungen im Alltag

Von skurill bis unverzichtbar
 


Archiv: Unverzichtbar

Ich muss mal ganz dringend…pinkeln, aufs Klo, den Lokus, den Pott, die Nase pudern, ein Geschäft machen…und darüber schreiben, wer eigentlich dieses völlig unterschätzte Wunderding, die Toilette, erfunden hat! Jeden Tag rennen wir mehrmals drauf; zu Hause, auf dem Arbeitsplatz, irgendwo in der Nähe gibt es immer eine Toilette. Aber: Wer hat’s denn nun erfunden?

Toilet © Elsie esq flickr

Nein, es waren nicht die Schweizer, sondern erst einmal die Franzosen, die das Wort “Toilette” einbürgerten. Mit “Toilette machen” bezeichnete man das Schminken und Frisieren des Adels. Da die französischen Adeligen in ihren Schminkkammern auch ihre Notdurft verrichten, bürgerte der Begriff sich in der Neuzeit ein.

Die ersten Toiletten findet man schon um 2000 v. Chr. in Mesopotamien. Die Aborte aus Stein, auf die man sich setzte, sind den uns geläufigen Keramiktoiletten gar nicht so unähnlich. Als moderner Erfinder des Wasserklosetts, das den europäischen Keramikklos am meisten ähnelt, gilt jedoch der Engländer Alexander Cummings. Er entwickelte ein Rohr in S-Form durch das Wasser läuft und legte damit das Fundament für die heute herkömmlichen Toilette.

Toiletten unterscheiden sich von Kultur zu Kultur und sind dadurch ein wunderbarer und nicht selten amüsanter Indikator für die jeweiligen kulturellen Eigenschaften einer Gesellschaft. So befinden sich in japanischen Toiletten kleine Lautsprecher aus denen Musik tönt, um die körperlichen Geräusche, die man beim “aufs Klo gehen” von sich gibt, zu übertönen. In Italien hingegen befinden sich in vielen Toiletten Lüfter um die Körpergerüche zu beseitigen.

In Deutschland scheint man sich um solche Dinge weniger Gedanken zu machen. Allerdings könnte man die italienische Variante von mir aus gern in dem einen oder anderen öffentlichen Männerklo einbauen. Warum stinkt’s da eigentlich immer so fürchterlich?


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New York, Dubai, Ulan Bator – die Menschheit reist. Durch das Flugzeug haben wir die Distanz überwunden und die Welt kleiner und übersichtlicher gemacht. Wer heute in Barcelona Tapas essen will, setzt sich in ein Flugzeug und ist schneller und günstiger als mit jedem anderen Verkehrsmittel an der Mittelmeerküste. So selbstverständlich dies ist, manchmal kann man es doch nicht richtig glauben. Man sitzt im Flieger, schaut aus den Fenster und schwebt über den Wolken.

© by vlad259 flickr

Vor 100 Jahren, im Jahre 1908, führten die Gebrüder Wilbur und Orville Wright in Frankreich den ersten öffentlichen, bemannten Motorflug vor und machten den Traum vom Fliegen für die Menschheit wahr. Schon 5 Jahre zuvor war den Brüdern auf ihrem Übungsplatz Kitty Hawk/North Carolina ein erster „Flug“ gelungen. Er dauerte genau 12 Sekunden und erstreckte sich über eine Länge von 35 Metern. Am selben Tag gelang den Brüder jedoch ein weiterer Flug, der sich nun schon über 250 Meter erstreckte.

Dieser Tag im Dezember 1903 wird zwar als die Geburt der bemannten Flugfahrt bezeichnet, doch muss man dazu sagen, dass schon zuvor bemannte Flugfahrten stattgefunden hatten. So hatte der Flugpionier Karl Jatho schon im August 1903 sein Flugzeug in Hannover abheben lassen. Trotzdem werden die Gebrüder Wright als die erfolgreicheren Flugpioniere angesehen, da sie in kürzerer Zeit ihren Prototypen, den FLYER, optimierten und perfektionierten.

Eigentlich aus ärmlichen Verhältnissen stammend, entdeckten die Brüder Wright schon früh ihre Leidenschaft für Technik. Dass Not erfinderisch macht, schien auch den beiden Wright-Brüdern bekannt zu sein. Als 1878 das „Helicoptere“, ein Schraubenflieger-Spielzeug, das der Vater den beiden technikbegeisterten Brüdern geschenkt hatte, zu Bruch ging, bauten Orville und Wilbur es nach. Später betrieben sie gemeinsam ein Fahrradfabrik, in der sie einen sehr erfolgreichen, von ihnen patentierten Fahrrad-Prototyp bauten. Der Tod Otto Lilienthals erschütterte und inspirierte die Brüder gleichsam. Sie beschlossen die Unglücksursache zu erforschen und einen sicheren Flugapparat zu entwerfen.

Der FLYER, mit dem sie 1908 in Le Mans/Frankreich die ersten öffentlichen Flüge vorführten und der gemeinsam mit der US-Army weiterentwickelt wurde, wird heute als FLYER 1 oder KITTY HAWK bezeichnet.


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Die Erfindung des Klettverschlusses

Autor: Leonardo
abgelegt in: Unverzichtbar

Die Klette © datbinickWie so viele Erfindungen der Neuzeit haben wir den Klettverschluss dem Prinzip Zufall und der Nachahmung von Mutter Natur zu verdanken. Als der Schweizer Ingenieur Georges de Mestral bei einem Ausflug in die Berge sowohl an seinen Hosenbeinen als auch im Fell seines Hundes festgeheftete Kletten fand, war seine Neugier geweckt und er untersuchte die Kletten näher unter dem Mikroskop. Dabei fand er heraus, dass die vermeintlichen Stacheln der Klette nicht etwa gerade und glatt enden, sondern in Wirklichkeit an ihrer Spitze winzige elastische Häkchen tragen, die sich bei Kontakt mit Fell oder Stoff darin festsetzen. Diese besondere Beschaffenheit der Pflanze brachte ihn schließlich auf die Idee, zwei Stoffe durch praktisches Ineinanderdrücken miteinander zu verknüpfen.

Rund zehn Jahre später war er soweit, die Häkchen-Methode zu imitieren und mechanisch zuDer Klettverschluss © L. Marie produzieren. Bestehend aus zwei Nylonstreifen, wobei einer Häkchen hat und der andere entsprechend Schlaufen, war der so entwickelte Klettverschluss geeignet, zwei textile Materialien reversibel miteinander zu verbinden. Im Jahr 1951 meldete de Mestral seine Erfindung erstmals beim Patentamt an, die unter dem Namen ‚Velcro’ in die Produktion ging, wobei Velcro die Zusammensetzung aus den französischen Begriffen velours und crochet ist, was übersetzt Schlaufe beziehungsweise Haken bedeutet. 1959 bot die von ihm gegründete Firma Velcro Industries den ersten Klettverschluss auf dem Markt an. Trotz des anfänglichen Spotts, der de Mestral für seine Idee entgegengebracht wurde, fand das Produkt reißenden Absatz. Auch heute noch zählt die Firma, die Millionenumsätze macht, zu den marktführenden Unternehmen.
Wir können Herrn de Mestral für seine Neugier und Beharrlichkeit überaus dankbar sein, da wir ohne seine Erfindung unsere Jacken, Hosen und sonstigen Kleidungsstücke wahrscheinlich immer noch ausschließlich mit unpraktischen und zeitraubenden Knöpfen verschließen müssten.


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Reissverschluss © Drops of RubyEs kann nicht wirklich festgelegt werden, wer der erste Erfinder des Reißverschlusses war – mehrere Tüftler arbeiteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an dem Patent. Der in Chicago geborene Amerikaner Whitcomb L. Judson (1836–1909) arbeitete als Handlungsreisender für ein Unternehmen und hatte bereits auf anderen Gebieten eine Reihe von Patenten angemeldet. Da er ein anderes System für die Schnürsenkel an seinen Stiefeln suchte, entwickelte er einen Reißverschluss, den er “clasp-locker” nannte und der 1893 patentiert wurde. Er produzierte zusammen mit dem aus Meadville in Pennsylvania Geschäftsmann Colonel Lewis Walker seinen neuen Reißverschluss und stellte ihn im gleichen Jahr sogar auf der Weltausstellung in Chicago vor, scheiterte aber mit seiner 1894 gegründeten Firma Universal Fastener an der Vermarktung, da der clasp-locker noch nicht einwandfrei funktionierte.

Auch eine 1904 von Judson vorgestellte verbesserte Variante, der “C-curity fastener”, konnte nicht erfolgreich vermarktet werden. Sein Partner Walker bestimmte für die Firma “Automatic Hook and Eye Company” mit dem schwedischen Elektroingenieur Gideon Sundbach (1880–1954) einen neuen Chefkonstrukteur, der 1913 das Modell “Plako Fastener” entwarf, das sich schließlich durchsetzte und während des 1. Weltkrieges von der US-Armee in größerem Umfang eingesetzt wurde.

Das US-Patent für den “Plako Fastener” erwarb 1923 der Schweizer Martin Othmar Winterhalter für Europa. Er produzierte diese europäische Ausführung “RiRi” (Rippen und Rillen) in seiner Firma in Wuppertal serienmäßig. Eine weitere Produktverbesserung fand in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg statt, als das für die Zähne und des Schieber verwendete Metall durch Kunststoff ersetzt wurde: Die Reißverschlüsse fanden weitere Einsatzzwecke und funktionierten besser.


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