Der Thermosplitter
Riesige ungenutzte Energiemengen verlassen täglich Wohnhäuser, Hotels, Krankenhäuser und Schwimmbäder – und verschwinden in Form von warmem Abwasser durch die Abflussleitungen.

Wasserhahn ©flickr.com / AV76HH
Laut dem statistischen Bundesamt würde diese Energiemenge der jährlichen Stromproduktion von acht Atomkraftwerken oder 80 Windrädern entsprechen. Alarmierende Mengen – das dachten sich wohl zumindest die beiden Architekten Ernst Bärenstecher und Erhardt Wächter aus Baden-Würrtemberg. Sie entwickelten ein System, welches dem gebrauchten Abwasser die Wärme entzieht und dem Frischwasser zuführt.
Dies geschieht durch den sogenannten Thermosplitter, eine Rohrabzweigung, welche von einem Installateur an das zentrale Abwasserohr angeschlossen wird. Dieser unterscheidet zwischen warmen und kalten Wasser: kaltes wird einfach hindurchgeleitet, warmes (circa fünf Grad wärmer als das in den Kessel strömenden Frischwasser) hingegen abgezweigt. Dabei schaltet sich eine Pumpe ein und ein Ventil öffnet sich, wodurch das warme Wasser jetzt über eine Wasserleitung zu einem Wärmetauscher in Form eines Spiralrohrs im Trinkwasserspeicher geleitet wird.
Das Wasser durchströmt nun dieses Spiralrohr und erhitzt es. Diese Wärme kann das Spiralrohr nun an das Frischwasser im Kessel abgeben. Dadurch wird die bislang verschwendete Wärmeenergie des Haushalts genutzt und die Heizung entlastet. Verständlicherweise hängt die Größe des Spareffekts von der Temperatur des verwendeten Wassers ab. Der Nettoeffekt für Warm- und Heißduscher ist in der Konsequenz höher als der für den morgendlichen Kälteschock-Patienten.
Die gesamte Technik besteht überwiegend aus ganz normalen Komponenten: einem Rohr-T-Stück, einer Wasserpumpe und Temperaturmessfühlern. Letztere jedoch basieren auf einem eigens ausgearbeiteten System, welches die beiden Erfinder zum Patent angemeldet haben.
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