Mechanische Spinnmaschine – James Hargreaves bahnbrechende Erfindung

Ohne Übertreibung könnte man die Erfindung der mechanischen Spinnmaschine als eine der wichtigsten Errungenschaften des 18. Jahrhunderts bezeichnen. Nicht die Dampfmaschine war die Initialzündung der Industriellen Revolution, sondern die „Spinning Jenny“.

Damit gehört der Brite James Hargreaves unbestritten in die Kreise der berühmten Erfinder. Auch wenn es profan erscheint, dass eine Spinnmaschine derartige Umwälzungen hervorrufen könnte. Aber die Spinning Jenny war der erste Schritt von der simplen Manufaktur zur tatsächlichen Fabrik.

Spinning Jenny © Wikipedia / Fenice

Gut, sicherlich kann man die Industrielle Revolution mit all ihren Begleiterscheinungen wie das Massensterben der einfachen Handwerksberiebe, die teilweise unmenschlichen und höchst gesundheitlichen Arbeitsbedingungen, die Umweltzerstörung und, und.. und….  fleißig kritisieren, aber dabei kann man schnell aus den Augen verlieren, wie unsere Welt heute aussehen würde, hätte es diese Umwälzungen vor über 200 Jahren nicht gegeben hätte.

Und diese unscheinbare, kleine Maschine, die immer noch auf Muskelkraft angewiesen blieb, war ein echter Meilenstein in der Geschichte der  industriellen Produktion.

Die mechanische Spinnmaschine von James Hargreaves ersetzte 8 Spinner

Dank der Spinnig Jenny konnte ein einzelner Spinner einen Weber mit Garn versorgen. Sicherlich klingt dies nicht unbedingt nach einer Effizienzsteigerung, aber zuvor waren trotz qualifiziertem Personal vier bis acht Spinner nötig, um auch nur einen Weber zu versorgen.

Auf den ersten Blick ähnelt die Maschine, welche der Engländer James Hargreaves 1764 erfand, einem normalen mechanischen Spinnrad, wie es schon lange zuvor Verwendung fand. Allerdings konnte dieses eine Spinnrad bis zu 100 Spindel versorgen.

Die Spinning Jenny fand schnell Verbreitung in der gesamten Textilindustrie. Jene Angewiesenheit auf menschliche Muskelkraft, welche zuerst wie ein Nachteil erscheinen mag, erwies sich vielerorts als Vorteil. Denn nicht an jedem Standort stand Wasser als Antriebskraft zur Verfügung und von Dampfkraft sprach eh noch niemand.

Der Arbeitsprozess selbst stellte hohe Ansprüche an den Weber, da dieser immer wieder in den Produktionsprozess eingreifen musste. Nur wenige Jahre später, 1769, wurde von Richard Arkwright eine Spinnmaschine mit Wasserkraft erfunden. Sie kam ganz ohne Muskelkraft aus und konnte auch von einem Hilfsarbeiter bedient werden, der lediglich zur Aufgabe hatte, die Spindeln zu wechseln und gelegentlich gerissene Fäden wieder einzufädeln. Mit seiner „Waterframe“ errichtete der Brite Arkwright in Cromford die erste industrielle Baumwollspinnerei der Geschichte.

Gemessen an ihrer Antriebswirkung für die industrielle Revolution kann man die Spinning Jenny von James Hargreaves ebenso wie die Dampfmaschine oder die Eisenbahn ruhigen Gewissens als unverzichtbar bezeichnen.

Bedenkt man, dass das Prinzip des Garnspinnens schon seit 6000 v. Chr. In Europa bekannt ist, dann war die Erfindung einer mechanischen Spinnmaschine längst überfällig.Similar Posts: