Es ist ein Zeichen gegen fortwährende Umweltbelastung: der gelernte Sanitär- und Klempnermeister, Rudolf Hortsch, entwickelte eine Anlage, mit der gebrauchtes Wasser in der Klospülung Gebrauch findet.

Toilette ©flickr.com / zaziepoo
Durchschnittlich verbraucht der Deutsche etwa 130 Liter Wasser am Tag. Nur drei davon landen im Körper, der Rest in Geschirrspül- oder Waschmaschinen, in der Dusche – oder, wie das meiste, im Klo. Mehr als 100 Kubikmeter sauberes Trinkwasser würden so im Schnitt in Deutschland die Toilette runtergespült. Dieser Umstand ärgerte den Wehlener (sächsische Schweiz) Klempnermeister im Ruhestand viele Jahre lang. So erfand er eine Anlage, die mit gebrauchten Wasser spülen kann.
Normalerweise wird der Stöpsel in der Badewanne gezogen und das Wasser verschwindet im Abwasser-System der Kanalisation. Dank der Entwicklung von Rudolf Hortsch läuft es nun zumindest im heimischen Badezimmer aber anders: mittels Knopfdruck wird das Abwasser von Badewanne in den Spülkasten der Toilette gepumpt. Dafür hat der Sanitär-Experte ein kompaktes System mit Thermostat, Steuerrelais, Pumpe und Zeitschaltuhr installiert. Neun Liter Brauchwasser können damit im Kasten gespeichert werden – der Rest wird in einem Gefäß unterhalb der Badewanne gespeichert, von wo aus es mit einer Pumpe bei Bedarf in den Spülkasten gepumpt wird. Damit das Wasser geruchsneutral bleibt, wird es bei Speicherung zunächst durch einen Aktivkohlefilter geführt.
Ein Sichtfenster unterhalb der Badewanne ermöglicht den Blick auf den Speicherstand des Wassers: ist der Speicher voll, fließt das restliche Brauchwasser in die Kanalisation. Ist einmal kein Wasser mehr gespeichert, wird automatisch Trinkwasser zur Klo-Spülung verwendet.
Laut den Berechnungen von Rudolf Hortsch könnte ein vier-Personen-Haushalt damit etwa 5.600 Eimer Trinkwasser und damit zwischen 300 und 400 Euro sparen.