Auf meinen Reisen durch das Internet, von denen ich versuche immer die interessantesten und wissenswertesten Informationen auf dem Universum der Erfindungen in dieses Weblog zu tragen, stoße ich regelmäßig auf Dinge, von denen ich hier meist nicht berichte. Doch nur um zu veranschaulichen, was denn Hinz und Kunz so alles erfinden, habe ich heute einmal eine besonders schöne Perle als Beispiel herausgepickt, die ich jedoch nicht vor die Säue, sondern vor mein geschätztes Lesepublikum werfen möchte.
Darf ich vorstellen? Die Bierstütze (hoch R, denn tatsächlich ist das Ding ein eingetragener Markenname). Im folgenden möchte ich kurz darstellen, was es denn mit der Bierstütze, diesem Ausbund an Ding, das die Welt gebraucht hat, auf sich hat.
Es ist überhaupt nicht schwierig etwas über die Bierstütze zu erfahren, denn dafür gibt es die Homepage www.bierstuetze.de, die genau beschreibt, warum eine Bierstütze in keinem Haushalt fehlen darf. Die Bierstütze ist nichts weiter als eine Plastikschiene, die man an einem Bierkasten befestigt, der dadurch leicht schräg angewinkelt wird. Dies ermöglicht, dass man Bierkästen aufeinanderstapeln kann, ohne dass einem gleich die Bierflaschen alle entgegenkommen. Aha.
Laut Homepage hat die Bierstütze jede Menge Vorteile, abgesehen davon, dass sie „Platz schafft“ und „clever“ ist hat sie auch „Pepp“ – will heißen, „ist eine neue, attraktive Präsentation der Getränke“. Spottbillig ist das erlesene Stück auch noch. Für einen Bierkasten kostet die Bierstütze lausige 12,90 €. Für die Privatperson, die sicherlich kistenweise Bier im Keller stapelt, lohnt sich die Bierstütze ungemein. Und ein Kneipenbesitzer wird sich vor Freude auf die Bierstütze bald in die Hosen machen; vor allem aus dem Grund, dass man auch mit Bierstütze nicht mehr als zwei Kisten aufeinanderstapeln darf. Was für eine Erfindung! Ab November 2008 wird geliefert.
Ich trinke irgendwie lieber Tee…glaube ich.
Seit fast einem Jahrhundert fasziniert uns Menschen das Kino. Bewegte Bilder auf der Leinwand sind zu einer solchen Selbstverständlichkeit geworden, wie das Buch. Sie sind nicht nur fester Bestanteil der Unterhaltungsindustrie, sondern ein Anker der westlich-industriellen Kultur geworden. Auf der ganzen Welt jedoch erfreut man sich am “Lichtspieltheater” – ein etwas antikeres Wort für Kino.
Was im 19. Jahrhundert das Theater und die Oper war, war im 20. Jahrhundert das Kino. Doch wer und vor allem wie ist (man) auf die Idee gekommen bewegte Bilder zu belichten und dadurch Geschichten zu erzählen?
Die Geschichte des Kinos beginnt auf den Jahrmärkten und in den Schaubuden des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dort konnte man neben allerlei Kuriositäten, wie der berühmten bärtigen Dame, auch sogenannte Stereoskope betrachten. Dies waren optische Täuschungen, die den Zuschauer_innen dreidimensionale Bilder vortäuschten.
Filme, das heißt belichtete, bewegte Bilder wurden jedoch erst durch den Cinematographen möglich. Dieser wurde von den Gebrüdern Lumière um 1890 erfunden. Sie “tourten” mit ihrem Cinematographen anschließend um die Welt und präsentierten diesen damit einer breiten Öffentlichkeit. Auch Thomas Edison erfand eine Art Cinematograph; allerdings erst nach der Erfindung der Gebrüder Lumière. Der Cinematograph konnte sowohl Filme aufnehmen, als auch wiedergeben.
Schnell stellte sich heraus, dass das Kino keine vorrübergehende Modeerscheinung war. Schnell entstanden die ersten Kinos: Einrichtungen, die sich ausschließlich dem Vorzeigen von Filmen widmeten. Bis 1927 waren die Filme ausschließlich stumm und wurden durch ein Klavier im Kino begleitet. Anschließend entwickelte sich der Tonfilm, wie wir ihn heute noch kennen.
Seit den 50er Jahren jedoch spricht man von einem Kinosterben. Durch die massenhafte Verbreitung des Fernsehen und die extreme Popularität dieses Medium hat der rege Kinobesuch, wie man ihn noch aus den 50er Jahren kannte, stark nachgelassen, Durch das Internet hat sich dieser Trend nochmals multipliziert – immer weniger Leute gehen heutzutage ins Kino, leider.
Wer kennt sie nicht, die Bildergeschichten “Max und Moritz” mit der Witwe Bolte, oder Hans Huckebein, der Unglücksrabe, der sich besoffen erhängt und die fromme Helene, die in Wirklichkeit gar nicht fromm ist – die Geschichten von Wilhelm Busch prägen bis heute und sind eng mit vielen unserer Kindheitserinnerungen verknüpft. Das ist doch recht ungewöhnlich, zumal Wilhelm Busch ja kein zeitgenössischer Zeichner und Autor ist. Trotzdem ist er bis heute immer noch so präsent.
Busch wurde am 15. April 1832 in Wiedensahl geboren und starb 1908 in Mechtshausen. Es war eines von sieben Kindern und wurde von seinen Eltern deswegen früh zu seinem Onkel geschickt, bei dem er aufwuchs. Sein Onkel erteilte ihm Privatunterricht, ebenso wie Erich Bachmann, der Mensch, der ihn sein Leben lang freundschaftlich begleiten würde. Erich Bachmann war der Sohn des Müllers und Bachmanns Mühle aus “Max und Moritz” ist an die Mühle seines Freundes angelehnt.
Mit 15 Jahren begann Wilhelm Busch auf Wunsch seines Vaters Maschinenbau in Hannover zu studieren; das Studium brach er jedoch ab, da er schon früh wusste, dass er Maler werden wollte. Er studierte Malerei in Düsseldorf, Antwerpen und München.
Während er mit dem Gedanken spielte nach Brasilien auszuwandern und Bienenzüchter zu werden, befasste er sich intensiv mit Akt, Anatomie und Zeichnen. 1865 hatte er schon “Max und Moritz” gezeichnet undverkaufte die Rechte an dem Werk für 700 Goldmark an den Verleger Kaspar Braun. Erst viel später erhielt er eine Nachzahlung von 20 000 Goldmark.
Mit “Max und Moritz” wurde Wilhelm Busch schlagartig berühmt. Auch seine anderen Geschichten, die ihn berühmt machen, waren immer von seinem makabren Humor geprägt, der die klerikale, bigotte Gesellschaft der damaligen Zeit auf die Schippe nahm. So wurde sein Werk “Der heilige Antonius von Padua” wegen Blasphemie lange Zeit nicht zum Druck zugelassen, dann aber aufgrund eines Gerichtsbeschlusses 1871 endlich veröffentlicht.
Wilhelm Busch gilt inzwischen als Vorreiter des Comics und sogar des Zeichentrickfilms. Busch war der erste, der in dieser Form Geschichten aufs Papier brachte. Die Handlung wird ähnlich wie in einem Film aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Auch Worte wie “Rickeracke, geht die Mühle mit Geknacke!” erinnern an das heutige “Crash, Boom, Bang!” der zeitgenössischen Comics.
Wie sehr Busch die Comicszene geprägt hat, zeigt das Buch “Wilhelm Busch und die Folgen” auf. Dort erzählen berühmte deutsche Comiczeichner , inwiefern Wilhelm Busch sie und ihr Werk beeinflusst hat. Auf dass eine weitere Generation mit Max und Moritz und der frommen Helene groß wird! Denn Wilhelm Buschs Geschichten sind noch genauso lustig und anarchisch wie zur damaligen Zeit.
Dass Massenmedien wie Zeitung, Internet und Fernsehen mit ihren Nachrichten heute so sehr unser Leben beeinflussen, haben wir Johannes Gutenberg zu verdanken, der als Initialzündung für das Zeitalter der Medien anzusehen ist. Er erfand den mechanischen Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern und löste dadurch in ganz Europa eine Medienrevolution aus.
Um 1400 wird Johannes Gutenberg als Sohn eines Patriziers in Mainz geboren. Er besucht, wie es sich für damalige Zeiten gehört, die Lateinschule, doch ist sein weiterer beruflicher Werdegang nicht genau nachvollziehbar, da die schriftliche Quellenlage zu dieser Zeit noch sehr schlecht ist.
Ab 1434 lässt sich jedoch der Aufenthalt von Gutenberg in Straßburg belegen. Er machte sich als Goldschmied selbstständig und versuchte durch verschiedene Geldgeber eine Druckwerkstatt aufzubauen. 1448 jedoch siedelt Gutenberg zurück nach Mainz. Er sucht weiterhin Geldgeber für die Entwicklung seiner Erfindung und realisiert diese durch verschiedenen Darlehen.
Wann genau der erste Druck getätigt wurde, lässt sich aus den Quellen wiederum nicht nachweisen. Zwischen 1452 und 1454 druckt er jedoch die erste, weltbekannte Gutenberg -Bibel. Insgesamt entstehen 180 Exemplare – eine Auflage, die alles bisherige übertrifft. Doch Gutenberg ist anschließend hochverschuldet, kann seine Darlehen nicht zurückzahlen und muss die Druckerwerkstatt abtreten und die Bibeldrucke herausgeben.
Es muss jedoch erwähnt werden, dass Gutenberg den Buchdruck nicht völlig neu erfand, sondern die Erfindungen von Phillip Leitner fortsetzte. Das besonders Revolutionäre an Gutenbergs Erfindung, war die Entwicklung eines Handgießinstrumentes, mit dem man besonders präzise und leicht Buchstaben gießen konnte.
Johannes Gutenberg starb am 3. Februar 1468 im Hof zu Algesheimer. Er liegt in der Franziskanerkirche zu Mainz begraben. Der Urvater der Schlagzeilen liegt damit dort begraben, wo er geboren wurde.
Was müssen das für skurrile Zeiten gewesen sein, in denen es noch keine abspielbare Musik gab? Kann man sich als Ghettoblaster-Kind der 80er gar nicht vorstellen! Da lernten junge Mädchen aus gutbürgerlichem Hause nicht nur französisch, sondern auch Klavier spielen und singen. Denn, was für heute gilt, galt auch für damals: Was gibt es schon Unterhaltenderes als Musik? Und da es weder Stereoanlagen noch I-Pods gab, musste man halt selbst Musik machen. Doch dann kam das Grammophon…
Der Mensch, der das Grammophon erfand, war Emil Berliner, der um 1800 in Hannover geboren später in die USA auswanderte. Er erfand nicht nur das Grammophon, sondern auch die dazugehörige Schallplatte. Das Grammophon ist als Nachfolger des von Edison erfundenen Phonographen zu verstehen, und ist außerdem der Vorreiter des Plattenspielers. Handelte es sich beim Phonographen um ein Gerät das lediglich zur Sprachaufnahmen diente, spielte das Grammophon Musik ab. Dabei verwendete Emil Berliner eine runde Platte als Tonträger. Diese ersten Musiktonträger, auch bekannt als Schelllackplatten, wurden mechanisch betrieben und hatten den großen Vorteil, das sie austauscht werden konnten. Bei der Entwicklung der Schellackplatten entwickelte Berliner ein recht kompliziertes Verfahren. Das Material aus denen er die Schallplatten produzierte, bestand nicht nur aus Schelllack, sondern auch aus einer Mischung aus Steinmehl, Kohlestaub und Tierhaaren.
Berliner gründete nach der Erfindung des Grammophons die „Deutsche Grammophon“, wo er seine Schallplatten vermarktete. Damit kann man Emil Berliner ohne Umschweife als ersten Schallplattenlabel-Begründer bezeichnen, was soviel bedeutet, wie: Emil Berliner rockt!