Also, eins ist klar: Der niederländischen Fußballnationalmannschaft kann bei dieser EM niemand das Wasser reichen. Sobald Oranje den Platz betritt, geht es auch schon los. Einfach mal die Italiener über den Haufen rennen und dann auch noch 4:1 gegen Frankreich zu spielen. Da ist es klar, dass mein polnischer Freund Wojtek nicht mehr für die heimatliche Mannschaft fiebert, sondern stattdessen für die Wunderknaben aus den Niederlanden.
Denn: In dieser Fußball-EM kann eben den Niederländern niemand das Wasser reichen. Aber wieso eigentlich? Also, ich meine, was heißt das genau und weshalb sagt man das so?
Wenn jemand einem anderen nicht das Wasser reichen kann, dann heißt das gemeinhin, dass der andere viel besser ist, etwas kann, was der andere nicht kann oder einfach nicht so gut in etwas ist, wie der oder die andere. Die Redewendung stammt ursprünglich aus dem Mittelalter, einer Zeit, in der noch statt mit Messer und Gabel, meist mit den Händen gegessen wurde. Um sich nach so einem mittelalterlichen Festmahl die Finger zu säubern, reichte die Dienerschaft kleine Schüsseln mit Wasser herum.
Allerdings durfte diese Tätigkeit nicht jeder Knecht ausführen. Stattdessen gab es eine klare Rangfolge, nach denen die obersten Diener die Schüssel mit Wasser reichen durften, während dieses “Vorrecht” den untersten Dienern nicht erlaubt war. Hier findet die Redewendung ihren Ursprung. Die Diener, die einem nicht einmal das Wasser reichen durften, standen am tiefsten in der Hierarchie.
Heutzutage gibt es zum Glück keine mittelalterlichen Unterschiede mehr, und niemand muss einem mehr nach dem Essen das Wasser reichen. Doch trotzdem ist die Redewendung geblieben, eben nur in anderer Form:-)